Bericht zur Jahreshauptversammlung vom 3. März 2020:

Gewerbeverbund stellt alternatives Planungskonzept zur Ortskerngestaltung im Bahnhofsbereich vor

Die Ortskerngestaltung war das beherrschende Thema in der Jahreshauptversammlung des Siegsdorfer Gewerbeverbundes. Beeindruckende Präsentation, viele neue Ideen und ein alternatives sowie bürgerfreundliches Planungskonzept wurden lebhaft diskutiert.  Weitere Themen: Sieben neue Mitglieder, erfolgreiche Aktionen in 2019 und mehr.

 

Sehr gut besucht war die Jahreshauptversammlung des Siegsdorfer Gewerbeverbundes in der Rathausgalerie. Mit 1. Bürgermeister Thomas Kamm, 2. Bürgermeister Manfred Guggelberger, außerordentlich vielen Gemeinderäten aus allen Fraktionen sowie Bürgermeisterkandidat Gerhard Gimpl konnte Dr. Jürgen Leikert auch viele lokale Politiker begrüßen. Neben Hauptamtsleiter Hermann Haslinger und Susanne Havel von der Touristinfo folgten auch Vertreter einiger Ortsvereine und private Interessenten der Einladung des Gewerbeverbundes. Einigermaßen enttäuscht zeigte sich der Vorsitzende darüber, dass kein Vertreter des Siegsdorfer Bauamtes gekommen war. Zumal einige Tagesordnungspunkte zweifellos in deren Bereich gefallen und ihre Anwesenheit und Kompetenzen bestimmt hilf- und aufschlussreich gewesen wären, bedauerte Leikert.

Kassenbericht mit überlegenswertem Appell an Gemeindevertreter

Sichtlich erfreut war Leikert hingegen ob der Tatsache, dass der Gewerbeverbund im vergangenen Jahr gleich sieben neue Mitglieder begrüßen konnte. Der Verbund zählt nun 70 Mitgliedsfirmen und kann wieder auf ein ereignis- und erfolgreiches Jahr zurückblicken. Der Vorsitzende nannte hier stellvertretend den verkaufsoffenen Sonntag, die Blumentrogaktion mit dem Bauhof und die sensationelle Aktionsnacht mit weit über 5.000 Besuchern, die in guter Zusammenarbeit mit der Touristinfo organisiert wurde. Teilgenommen hatte man auch wieder an der Lichternacht der Touristinfo. Ebenso erfolgreich sah Leikert die Adventshütte sowie die vom Gewerbeverbund initiierte Tempo 30 Umfrage. Kassier Christian Pfefferkorn konnte ein Guthaben in der Kasse vermelden und nutzte seinen Kassenbericht zu einem Appell an die zahlreichen Gemeindevertreter: Der Gewerbeverbund würde unheimlich viel für Siegsdorf auf die Beine stellen und für einen großen Teil des Dorfmarketings verantwortlich sein - mit einem unglaublich kleinen Budget, was sein Kassenbericht bestätigte. Er regte daher Überlegungen über eine jährliche, zweckgebundene Bezuschussung bei den Entscheidungsträgern der Gemeinde Siegsdorf an, wie sie in anderen Gemeinden für ähnliche Institutionen längst üblich sei.

Bedürfnisse und Wünsche der Bürger im Mittelpunkt

Damit leitete der Vorsitzende zum "Kernthema" der diesjährigen Hauptversammlung über, das wohl alle im Saal besonders interessierte und das den Gewerbeverbund seit geraumer Zeit sehr in Anspruch nimmt: Die Neugestaltung und Entwicklung des Siegsdorfer Ortskernes. Leikert bedauerte sehr, dass man in dieser Sache noch keine gemeinsame Sichtweise mit der Gemeinde erzielen konnte. Er bat dabei mehrmals, den Gewerbeverbund deshalb nicht zu unrecht als "Quertreiber" zu sehen. Der eigens im Gewerbeverbund gegründete und besonders engagierte "Arbeitskreis Ortkerngestaltung" bemühe sich lediglich um ein bestmögliches Gestaltungs- und Bebauungskonzept für die Ortsmitte, das vor allem die Bürger, deren Bedürfnisse und Wünsche in den Mittelpunkt stellt, erklärte Leikert. Bürger würden sich mit einem vorzeigbaren Ort bzw. Ortszentrum identifizieren und sich dort gerne treffen und aufhalten. Öffentliche Räume seien in Zeiten von Facebook und Co. wichtig, auch, um der zunehmenden Isolierung und Vereinsamung vieler Menschen entgegenzuwirken. Möglichkeiten zu realen Kontakten in der Dorfgemeinschaft sollten auch kommunal unbedingt gefördert werden. Zudem würden Betriebe leichter Arbeitnehmer finden in einem schönen Ort, u. a. mit leistungsstarker Nahversorgung und ansprechendem, kulturellem Angebot.

Ergebnisse bei Bürgerumfragen zu Drogeriemarkt-Akzeptanz

Ein Drogeriemarkt mitten im Ort könnte für eine erhebliche Belebung des Zentrums sorgen, zeigte sich Leikert überzeugt. Er berichtete, dass der Gewerbeverbund deshalb mit zwei Drogeriemärkten Kontakt aufgenommen hat, die auch beide reges Interesse zeigten, in Siegsdorf eine Filiale zu eröffnen. Parallel dazu hatte der Gewerbeverbund eine Umfrage organisiert, welche die Akzeptanz eines Drogeriemarktes in der Bevölkerung erheben sollte. Dabei sprachen sich ca. 85 % der Abstimmenden dafür aus, informierte Leikert. Er verwies auch darauf, dass die Siegsdorfer CSU im Februar eine ähnliche Umfrage mit ähnlich deutlichem Ergebnis für einen Drogeriemarkt vornahm. Leikert schlussfolgerte, dass sich eine große Mehrheit der Siegsdorfer Bürger offensichtlich einen Drogeriemarkt wünsche. Ein Drogeriemarkt würde nicht zuletzt die ökologisch und sozial wichtige Nahversorgung sowie Synergieeffekte für bestehende und eventuell neue Geschäfte in besonderem Maße stärken, meinte er.

Ziel: Positive Ortskernentwicklung in den nächsten 50 Jahren

Der Gewerbeverbund sähe den Bebauungsplan Ruhpoldinger Straße Ost als einmalige Chance, in Siegsdorf eine attraktive neue Mitte u. a. mit einem multifunktionellen, einladenden Bürgerplatz zu gestalten. Leider gäbe es bisher von Gemeindeseite lediglich einen einzigen Planungsvorschlag für das fast 20.000 Quadratmeter umfassende und zu überplanende Gelände. Unverständnis und Enttäuschung herrsche im Gewerbeverbund über die Aussage von Bürgermeister Kamm im Gemeinderat, dass er keine Notwendigkeit sehen würde, weitere Planungsvorschläge in Auftrag zu geben. Der Vorsitzende gab zu bedenken: "Eine gute, positive Ortskernentwicklung in den nächsten 50 Jahren auf einem so großen und ortsprägenden Areal brauche mehrere Planungsvorschläge von mehreren Planern, die mit ihrem Fachwissen die Wünsche der Bürger und der Gemeinde umsetzen." Auch die Wünsche der Bürger wären laut Leikert bei dem von der Gemeinde erstellten Konzept nicht ausreichend abgefragt worden. So hätte in einem Bürgerworkshop der Gemeinde lediglich über die Nutzung eines vorgelegten Bebauungsplanentwurfes diskutiert, nicht aber neue Ideen eingebracht werden dürfen.

Alternatives Planungskonzept überzeugt mit guten Ideen und großer Bürgerfreundlichkeit

Daraufhin sah sich der Gewerbeverbund auch den Siegsdorfer Bürgern gegenüber verpflichtet, selbst als „Planer“ aktiv zu werden. Es wurde der besagte Arbeitskreis Ortskerngestaltung gegründet mit dem Ziel, mithilfe von zwei lokalen Architekten ein alternatives Konzept für eine neue attraktive Mitte in Siegsdorf zu erarbeiten, berichtete Leikert. Dieses Konzept wurde nun erstmals auf der Jahreshauptversammlung vorgestellt. Es sieht einen schönen, großzügigen, multifunktionellen und zentralen Dorfplatz mit hoher Aufenthaltsqualität und einer Sichtachse von der Ruhpoldinger Straße bis zum Bahnhof vor. Laut Leikert weise es deutlich mehr innovativ im Gesamtkonzept integrierte ober- und unterirdische Parkplätze aus als die Planungsvariante der Gemeinde. Darüber hinaus böte das Konzept des Gewerbeverbundes ausreichend Platz für viele zentrumsnahe Wohnungen, soziale Zwecke, mehr Einzelhandel, Gewerbe, mehr Platz und Sicherheit für Fußgänger und eben auch einen möglichen Drogeriemarkt. Auch die derzeitige Situation mit vielen Rückstaus auf der Ruhpoldinger Straße würde mit dem neuen Konzept verbessert. Ebenso würde darin eine sehr praktische Fußgängerverbindung über die Bahn im Bereich südlich des Bahnhofs vorgeschlagen, erläuterte Leikert.

Ausgelegter Bebauungsplanentwurf im Bahnhofsbereich der Gemeinde Siegsdorf

Vorteile des alternativen Planungskonzeptes des Siegsdorfer Gewerbeverbundes

Vorteile für Bürger und die Dorfgemeinschaft

  • Zentraler multifunktioneller Dorfplatz mit hoher Aufenthaltsqualität (nutzbar als Platz zum Verweilen, Cafe, für Vereine, regionale Märkte, Kultur, Geschäfte etc.) mit öffentlichen Fördermöglichkeiten
  • Mehr oberirdische (Bahhofstrasse) und unterirdische öffentliche Parkplätze auf gleicher Fläche mit öffentlichen Fördermöglichkeiten
  • Städteplanerische Aufwertung des Zentrums durch Sichtachse zwischen historisch wertvollen und denkmalgeschützten Gebäuden wie Bahnhof und „Pletschacher Bauernhaus“.
  • Schnelle und direkte Fußgängerverbindung über die Bahngleise von den Parkplätzen in der Bahnhofstrasse zu Edeka/Post. Damit weniger innerörtlicher Verkehr, da zentraler Parkplatz von dem vieles zu Fuß erledigt werden kann.
  • Verbesserte und ruhigere Wohnqualität im Bebauungsgebiet durch intelligente Gebäudestellung mit Innenhofbildung

Vorteile für Verkehr

  • Durchwegung des Bebauungsgebietes für Autos im südlichen Bereich: Damit Entlastung der Nadelöhre Hauptstrasse/Ruhpoldinger Strasse und Hauptstrasse/Bahnhofstrasse
  • Schaffung eines klaren Ortszentrums mit gleichem Bodenbelag auf Dorfplatz und umliegenden Straßen: Dadurch Verkehrsentschleunigung im Zentrum
  • Linksabbiegespur in der Ruhpoldingerstraße Richtung Hauptstrasse und damit Vermeidung von Rückstaus auf der Ruhpoldinger Straße

Alternatives Planungskonzept des Siegsdorfer Gewerbeverbundes
So könnte sich der Gewerbeverbund einen bürgerfreundlichen Dorfplatz in Siegsdorfs Mitte vorstellen
Alternatives Planungsmodell Gewerbeverbund mit Blick von Hauptstraße auf möglichen Dorfplatz

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